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Glocken

Seit 50 Jahren im Dienst der Kirchgemeinde


Seit nunmehr 50 Jahren rufen vom Neschwitzer Kirchturm wieder Glocken zum Gottesdienst, verkünden den christlichen Glauben und mahnen uns. Sie tun es in der uns bekannten Weise als das „Neue Geläut“, gegossen 1962 im VEB Stahlgießerei Morgenröte-Rautenkranz im Auftrag der Glockengießerei Schilling Apolda.

Die Kirche in Neschwitz hatte um 1939 ein dreistimmiges Bronzegeläut, das aus dem Jahre 1844 stammte. Erste Glocken könnten bereits in den Jahren 1636 oder 1660 angeschafft worden sein. Schon vor der Zerstörung der Kirche im April 1945 hatten die Neschwitzer keine Glocken mehr.

Ab 1939 durfte das Geläut, wegen Fliegeralarm nicht mehr benutzt werden. Bald darauf musste die Neschwitzer Kirchgemeinde die beiden größeren Glocken abliefern, weil daraus Kriegsgerät für die Wehrmacht gefertigt werden sollte. Die noch verbliebene kleine Glocke zersprang im Dezember 1942 und damit waren die Neschwitzer völlig ohne Geläut.

Nach dem Krieg musste erst die ausgebrannte Kirche wieder aufgebaut werden, bevor an ein neues Geläut gedacht werden konnte. Man sprach davon, dass gegen Kriegsende die Königswarthaer Kirchgemeinde uns eine Glocke geliehen habe, aber der Vorgang blieb bisher unbekannt. Sicher ist, dass nach dem Krieg anfangs die Glocke aus der Gruft nahe der Holschaer Teiche in Neschwitz erklang. Herr Pfarrer Kappler hatte Ende 1946 diese Glocke zusammen mit Arno und Rudi Weber, Architekt Kretschmar und dem Totengräber Ernst Buder unter abenteuerlichen Umständen geborgen. Irgendwann nach dem Krieg entdeckte man auf einer Lagerfläche in Hamburg die mittlere Neschwitzer Glocke. Sie war unbeschädigt und konnte bald darauf wieder in Neschwitz geläutet werden. Als Glöckner war damals der Schlossermeister Hermann Petschel tätig. Er wurde durch seinen Sohn Herbert Petschel unterstützt. Ende der fünfziger Jahre habe ich dann dieses Amt übernommen. Ich wurde von den Brüdern Paul und Ernst Wirth, meinem Bruder Ludwig Sachße und im Einzelfall auch von anderen Jugendlichen unterstützt. Es war eine anstrengende Tätigkeit und eine Kunst, fehlerfrei zu läuten.

Zu Beginn der sechziger Jahre beschloss der Kirchenvorstand, ein neues vierstimmiges Geläut aus Stahlguss zu beschaffen. (Bronzeglocken kamen nicht in Betracht, damit sie nicht wieder von Staats wegen als Buntmetall eingesammelt werden konnten.) Neben dem Kaufpreis war auch die Abstellung von 2 Arbeitskräften notwendig. Deshalb arbeitete damals Gerhard Herzig aus Quoos zusammen mit mir für einige Zeit in der Glockengießerei Apolda. Palmarum 1963 wurden dann die Glocken feierlich empfangen. Herr Architekt Kretschmar hatte zeichnerisch den Einbau der neuen Glocken vorbereitet, die PGH Aufbau Neschwitz verwirklichte die Baumaßnahme und die Firma Zimmer Niedergurig baute den Glockenstuhl. Den Einbau der Glocken erledigten dann Monteure der Glockengießerei Schilling aus Apolda. Das erste Mal erklangen die 3 kleineren Glocken zu Pfingsten 1963. Vorerst musste noch von Hand geläutet werden, aber noch im selben Jahr wurde auch das elektrische Geläut eingebaut. Dann war auch das Läuten der großen Glocke möglich. Die bisherige große Glocke ging in die Guttauer Kirche und die kleine aus der Lugaer Gruft hängt möglicher Weise über der Trauerfeierhalle in Neschwitz. 2009 wurde die elektrische Läutemaschine durch eine modernere ersetzt. Mittels Funkfernsteuerung können jetzt auch die Glocken vom Friedhof aus bedient werden.
Der stählerne Glockenstuhl und die Glocken haben mehrmals einen soliden Rostschutzanstrich erhalten. Damit sind Rostschäden für längere Zeit nicht zu erwarten. Bei entsprechender Wartung und Pflege können sie noch lange zu den verschiedenen Anlässen erklingen.

Arnulf Sachße

Teilansicht Glockenstuhl - Kirche Neschwitz

Seit dem Jahre 1963 besitzt die Kirche ein vierstimmiges Stahlgeläut (es’, g’, b’ und c’) aus der Glockengießerei Schilling in Apolda.

Große Glocke (1)
Inschrift: ICH WILL EUCH TRÖSTEN WIE EINEN SEINE MUTTER TRÖSTET
Grundton: es´
Größter Durchmesser: 1600 mm
Höhe: 1350 mm
Gewicht: 2050 kp

Tagesglocke (2)
Inschrift: PŘIŃDŹ K NAM TWOJE KRALESTWO (Dein Reich komme zu uns)
Grundton: g´
Größter Durchmesser: 1250 mm
Höhe: 1060 mm
Gewicht: 900 kp

Taufglocke (3)
Inschrift: WER DA GLAUBT UND GETAUFT WIRD DER WIRD SELIG WERDEN
Grundton: b´
Größter Durchmesser: 1060 mm
Höhe: 860 mm
Gewicht: 500 kp

Kleine Glocke (4)
Inschrift: FREUET EUCH IN DEM HERRN
Grundton: c´´
Größter Durchmesser: 920 mm
Höhe: 760 mm
Gewicht: 350 kp

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