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Grusswort an die Gemeinde und ihre Gäste

IM BLICK DEZEMBER 17 JANUAR 18

Liebe Gemeinde,

wenn ich in Schwierigkeiten stecke, brauche ich jemanden, der mich versteht. Wenn ich Unterstützung nötig habe, hilft es mir kaum, wenn mir einer auf die Schulter klopft und sagt: „Jammere nicht, du schaffst das!“ Solche Sprüche sind vielleicht gut gemeint und sollen mich aufmuntern. Aber wenn ich selbst nicht weiter weiß, brauche ich jemanden, der tatsächlich hören will, wie es mir geht. Gut, wenn jemand da ist, der versteht, wie ich mich fühle.
In der Bibel (Lukas 1) lese ich von einer älteren Frau, die das scheinbar besonders gut konnte. Ich denke an Elisabeth. Zu ihr kam eines Tages ein junges Mädchen aus Nazareth. Es war Maria und sie war sehr beunruhigt. Gerade hatte sie bemerkt, dass sie schwanger war. Verlobt war sie zwar, aber das machte die Sache nicht besser. Der Verlobte war nicht der werdende Vater. Maria, die schon bald die Mutter von Jesus wurde, hat vermutlich nicht recht gewusst, was nun werden sollte. „Wem kann ich mich jetzt anvertrauen?“ So mag sie in ihrer Verzweiflung gedacht haben. Wir können ahnen, wie ihre Eltern, der Verlobte und alle Nachbarn und Bekannten reagiert haben.
Es war zum davonlaufen. In ihrer Not denkt Maria an Elisabeth. Sie war Marias Cousine. Dem Alter nach hätte sie Marias Großmutter sein können. Zu ihr hat Maria Vertrauen. Sie weiß, Elisabeth hat schon viel erlebt und manches verkraften müssen. Im Moment ist sie auch in einer Situation, über die sich die Leute das Maul zerreißen. Maria beschließt, zu Elisabeth zu gehen. Sie wird mich gewiss verstehen. Das könnte helfen.
Schon bald danach begegnen sich die beiden Frauen. Jetzt hätte die Ältere die Stirn in Falten legen können. Gewiss wären ihr einige Belehrungen eingefallen. Und das Gerede der Leute... und mir selbst geht es auch nicht gut.
Kein Wort von alldem. Elisabeth sieht nur die junge Frau und was mit ihr los ist. Sie schaut genau hin. Sie glaubt, was Maria ihr erzählt. Elisabeth erkennt: hier geht es um viel mehr als um eine ungeplante Schwangerschaft im falschen Moment. Hier steht eine junge Frau, die eine ganz besondere Aufgabe hat. Hier wird ein Kind geboren, das der Welt ganz neue Möglichkeiten bringt.
Elisabeth versteht und staunt und macht der jungen Mutter Mut. Sie redet nicht von möglichen Schwierigkeiten. Kein vorwurfsvoller Unterton ist zu hören. Ehrfurchtsvoll erkennt sie die Möglichkeiten, die Maria bekommt. Da ist vor allem ehrliche Freude über das, was Gott möglich machen kann. Maria fühlt sich erleichtert. Jetzt kann sie sich freuen. Nun kann sie voll guter Hoffnung auf das Kind warten.
Die Bibel erzählt: Elisabeth war mit dem Geist Gottes erfüllt. Deshalb konnte sie hören, erkennen und helfen. Gut, wenn Menschen nicht zuerst ihre eigenen Maßstäbe anlegen. Gut, wenn wir anderen freundlich und mit Offenheit begegnen. Gottes guter Geist, der uns und andere ermutigt, erfülle uns. Gesegnete Advents- und Weihnachtstage und ein sanftes Hinübergleiten ins neue Jahr wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin
Susanne Aechtner