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Grusswort an die Gemeinde und ihre Gäste

IM BLICK JULI AUGUST 2018

Liebe Gemeinde,
wozu brauche ich Gott? So fragt vielleicht ein Teenager, wenn er im August eine Einladung zum Konfirmandenunterricht erhält. Wozu brauche ich Gott, überlegt möglicherweise manch ein Berufstätiger, der jeden Monat neben der "normalen" Steuer auch Kirchensteuer bezahlt. Ihnen und allen, die so fragen, möchte ich meine persönliche Antwort geben: Ich vertraue auf Gott und mein Gottvertrauen macht mich zuversichtlich.
Wenn wir als Familie jedes Jahr wieder im Sommer in den Urlaub starten, fragen manchmal Bekannte: „Wo werdet ihr schlafen?“ Wir buchen vorher nie ein festes Quartier. Ein Zelt und Schlafsäcke und alles, was man unterwegs so braucht, haben wir im Auto verstaut. Wir werden einen Platz finden, jeden Abend wieder, davon bin ich überzeugt. „Aber was passiert, wenn das Auto unterwegs kaputt geht?“ Dann suchen wir eine Werkstatt... Ja, manchmal denke ich auch, man könnte es bequemer haben. Aber dann entscheide ich mich doch lieber für etwas weniger Vorausplanung und etwas mehr Abenteuer. Kann sein, dass dies etwas mit Gottvertrauen zu tun hat.
Meine Kinder werden langsam erwachsen. Der Große kommt schon seit einer ganzen Weile nur noch zu Besuch nach Hause. In diesem Sommer wird nun auch meine Tochter aufbrechen, erst mal für ein Jahr ins Ausland. „Machst du dir keine Sorgen?“, fragen Freunde. „Was da alles passieren kann.“ Natürlich mache ich mir Gedanken. Aber vor allem freue ich mich, dass die jungen Menschen heute so vieles ausprobieren und erleben können. Man schätzt die Heimat ganz anders, wenn man erst mal etwas Abstand hat. „Behüt' dich Gott“, werde ich zum Abschied sagen. Das macht mich ruhiger und erleichtert das Loslassen.
Ich glaube, dass es Jugendlichen hilft, erwachsen zu werden, wenn sie sich auch mal um die Belange von anderen kümmern müssen. Es tut ihnen gut, fremde Lebensweisen kennenzulernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Davon bin ich überzeugt. Natürlich ist es immer ein Wagnis, wenn man das vertraute Umfeld und den gewohnten Komfort verlässt. Man muss lernen, Mut von Leichtsinn zu unterscheiden und Vertrauen nicht mit Naivität zu verwechseln. Aber wenn alles gut geht, wächst das Selbstvertrauen. Und vielleicht noch wichtiger: Das Vertrauen in Gott und die Welt und in die Menschen nimmt zu. Als Mutter lerne ich: Gottvertrauen hilft mir, anderen etwas zuzutrauen.
Von den Erfahrungen, die Menschen bei einem Auslandseinsatz sammeln, profitieren meist auch die Daheimgebliebenen mit. Man hört etwas von der Welt, von den Bedingungen unter denen andere leben. Oft lernt man dadurch, manche Werte daheim wieder mehr zu schätzen. Das macht zufriedener. Mir geht es gut, merke ich und danke Gott dafür. Ich muss nicht alles haben und erreichen, was vielleicht möglich wäre. Auch nicht alles, was andere mehr haben als ich. Ich habe das Gefühl, dass ich an dem Platz angekommen bin, den Gott für mich will. Mehr brauche ich nicht. Ich bin dankbar, für das, was geworden ist und gönne den anderen, was sie haben.
Ich bin zuversichtlich und zufrieden, weil ich an Gott glauben kann. Es freut mich, dass ich zu der weltweiten Gemeinschaft der Christen gehöre. Die Werte, die Jesus der Welt nahe gebracht hat, helfen mir, mich zu orientieren. Und manchmal höre ich auch von anderen Müttern oder Vätern, dass der Glaube ihnen hilft, die eigenen Kinder zu erziehen und ins Leben zu begleiten. Gottvertrauen macht zuversichtlich. Diese Erfahrung wünsche ich allen Menschen, egal ob jung oder alt.
Jetzt wird manche(r) denken: Aber ich glaube nun mal nicht an Gott – wo soll ich solches Gottvertrauen hernehmen? Man kann sich das nicht einfach antrainieren, fürchte ich. Glauben ist ein Geschenk. Aber Geschenke kann man annehmen oder verweigern.
Ich denke: Glaube kann wachsen. Schauen Sie mal auf die guten Erfahrungen in Ihrem Leben. Sagen Sie nicht gleich „Zufall“ oder „Glück gehabt“. So könnte es anfangen. „Bleiben Sie behütet“, das ist mein Gebet für Sie.

Herzliche Grüße Ihre Pfarrerin Susanne Aechtner